Wie wirken Schlaftabletten?

So reagiert der Körper auf Schlafmittel

Zur Behandlung von Schlafstörungen werden unterschiedliche Substanzen eingesetzt, deren Wirkung sich auf verschiedene Weise manifestiert. Für leichtere Fälle von Schlaflosigkeit kann man Schlaftabletten auf pflanzlicher Basis einsetzen, die rezeptfrei sind und sich auch zur Selbstbehandlung eignen. Diese Mittel dienen dazu, den Schlaf anzustoßen und haben auch bei einer längeren Einnahme kaum Nebenwirkungen.

Zu den häufigsten Wirkstoffen dieser Art gehören Baldrian, Hopfen und Johanniskraut. Die Wirkung von Hopfen und Baldrian ist noch weitgehend unerforscht. Man weiß jedoch, dass das Johanniskraut Einfluss auf Botenstoffe im Gehirn nehmen kann, welche bei der Erregung der Nervenzellen freigesetzt werden. Das Mittel wirkt dämpfend auf diese Botenstoffe und erleichert es deshalb, einzuschlafen.

Anti-Histamine zur kurzfristigen Überbrückung von Schlafstörungen

Möchten man für einen kurzen Zeitraum, wie beispielsweise vor Prüfungen, Schlafstörungen kontrollieren, so kann der Arzt Anti-Histamine wie Doxylamin verschreiben. Dieser Wirkstoff wurde ursprünglich zur Behandlung von Allergien entwickelt. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der verschiedene Funktionen hat. Unter anderem verursacht es eine erhöhte Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Doxylamin wirkt auf diesen Botenstoff dämpfend und kann auf diese Weise den Schlaf erleichtern.

Rezeptpflichtige Schlafmittel unter ärztlicher Aufsicht einnehmen

Wenn es zu starken Schlafstörungen kommt, so kann der Arzt eine Reihe von chemischen Substanzen verschreiben, die in der Regel zur Gruppe der Psycho-Pharmaka gehören und auf verschiedene Weise wirken. Das grundlegende Prinzip bei der Wirkungsweise dieser Medikamente ist die Theorie, dass die Gehirntätigkeit während des Tages konstant aktiv ist und erst gezügelt werden muss, um die Schlafphase einleiten zu können. Im Körper ist die Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) dafür verantwortlich, die Gehirnaktivität zu dämpfen.

So machen es sich die Schlafmittel zur Aufgabe, diesen körpereigenen Stoff zu fördern und nachzuahmen. Ein Beispiel dafür sind die Benzodiazepine, zu denen beispielsweise Diazepam und Flurazepam gehören. Sie imitieren die Funktion der GABA, indem sie sich an die gleichen Rezeptoren binden. Somit üben die Benzodiazepine eine generell beruhigende und entspannende Wirkung aus, die gleichzeitig auch schlafanstoßend wirkt.

Heute werden von den meisten Ärzten jedoch die sogenannten Nicht-Benzodiazepin bevorzugt, da diese weniger Nebenwirkungen verursachen. Diese Medikamente sind auch als Z-Substanzen bekannt, da alle Wirkstoffe mit dem Buchstaben „Z“ beginnen: Zolpidem, Zaleplon und Zopiclon. Ihre Wirkungsweise ist ganz ähnlich, wie bei den Benzodiazepinen.

Chloralhydrat ist ein weiteres Schlafmittel, dass schon seit vielen Jahren gebraucht wird. Mit diesem Medikament wird ein Enzym gehemmt, dass im Gehirn die Wirkung des Botenstoff Acetylcholin möglich macht, welcher die Nerventätigkeit fördert. So kommt eine Funktionseinschränkung im Gehirn zu Stand und man wird müde.


Quellen und weiterführende Links: